Fotobuch Produkttest – Saal Digital

Ein Gutschein für ein Fotobuch im Austausch gegen ehrliches Feedback? Warum nicht, dachte ich mir. Schließlich hatte ich mir in der Vergangenheit bereits Fotobücher von verschiedenen Anbietern machen lassen und selten größere Unterschiede in Qualität und Verarbeitung feststellen können. Von „Saal Digital“ hatte ich allerdings bisher noch nicht gehört und schmökerte erst mal gespannt auf deren Homepage. Kein Logo oder Barcode auf dem Buch, Layflat Bindung, hochwertiges Papier, 75 Jahre Farbechtheits-Garantie? Das hört sich erst mal gut an, aber wie sieht die Realität aus?

Der Gutsschein bezog sich auf ein höherpreisiges Professional Line Fotobuch und ehrlich gesagt hätte ich ohne Gutschein so viel Geld nie für ein Fotobuch investiert. Die „normalen“ Fotobücher liegen dann auch in einer ähnlichen Preisklasse wie der übrige Wettbewerb, also beschloss ich zwei Fotobücher zu machen. Ein Professional Line Fotobuch mit Gutschein und als Vergleich ein „normales“ Fotobuch auf eigene Kosten. Genug Fotos für zwei Fotobücher hatte ich allemal…

Um sein Fotobuch gestalten zu können muss man ein Programm herunterladen und auf seinem Rechner installieren. Die Bedienung des Programms ist komfortabel und bietet eine Vielzahl an Gestaltungsparametern. Man kann beispielsweise aus einer ganzen Reihe an Layout-Design-Vorlagen wählen, die teilweise, je nach Thema des Designs, eigene Gestaltungsobjekte einbringen, die man auf den Seiten platzieren kann. Außerdem kann man sogar die Innenseiten der Umschlags-Seiten mit eigenen Fotos gestalten. Man sollte allerdings darauf achten dort nicht unbedingt ganzseitige Fotos zu platzieren.

Man klickt sich also erst mal durch die globalen Merkmale seines Fotobuches, wählt dann ein Designthema, wobei man natürlich auch frei gestalten kann, wenn man möchte. Dann wird pro Doppelseite das gewünschte Seitenlayout gewählt und die zuvor hochgeladenen Fotos dort platziert, wo man sie gerne haben möchte. Dabei kann man Fotos ausdrücklich auch über die Seitenmitte hinweg, oder gar in doppelseitiger Größe abbilden lassen. Insgesamt geht alles ziemlich flott von der Hand und ist recht komfortabel zu handhaben. Bereits platzierte Fotos können per Mausklick untereinander den Platz tauschen, was ich jedoch eher durch Zufall entdeckt habe, als ich bei einem Foto einmal länger die Maustaste gedrückt hielt.

In so manchem Rahmen möchte man vielleicht ein Foto einbetten, dass von den Seitenmaßen größer ist als der Rahmen selbst, meist entweder was die Höhe oder die Breite angeht. Dann kann das Foto per Maus innerhalb des Rahmens verschoben werden um die bestmögliche Wirkung des Fotos zu gewährleisten. Dabei ist es mir allerdings öfter passiert, dass ich statt des Fotos innerhalb des Rahmens, den ganzen Rahmen samt Foto auf der Seite verschoben habe. Das war dann immer ärgerlich und gerade bei kleinen Räumen nicht immer gut zu korrigieren. Da half dann nur das Seitenlayout neu zu wählen und die bisher erfolgten Anpassungen, wie z.B. Hintergrundfarbe, erneut zu setzen.

Alles in allem ist die Handhabung des Programms einfach und intuitiv, sodass die Gestaltung des Fotobuches gut von der Hand geht und Spaß macht. Nach Abschluss des Gestaltungsprozesses wird man nochmal durch eine Vorschau des fertiggestalteten Fotobuches geführt und kann dann die Bestellung aufgeben. In meinem Fall erfolgte die Lieferung erstaunlicherweise auch schneller als angegeben und das ausdrücklich bei beiden von mir bestellten Fotobüchern.

Nun aber zu den wichtigen Fragen: Wie ist die Qualität des Endproduktes und wie ist das Professional Line Fotobuch im Vergleich zur „normalen“ Version?

Zumindest in meinem Fall habe ich bei beiden Produkten kaum Unterschiede in der Qualität feststellen können. Ich hatte bei beiden Fotobüchern insgesamt den Eindruck eher einen teuren Fotoband als „nur“ ein selbstgestaltetes Fotobuch in Händen zu halten. Beide Fotobücher sind sehr wertig verarbeitet, haben durch die sehr dicken Seiten eine wirklich einzigartig gute Haptik und die in Hochglanz (ich hätte auch matt nehmen können) gedruckten Fotoseiten sind auch überhaupt nicht empfindlich was Fingerabdrücke angeht.

Die Fotos selbst kommen sehr gut zur Geltung und strahlen fast so etwas wie Tiefenwirkung aus. Insbesondere die Layflat-Bindung sticht beim Blättern besonders hervor und hat durchweg für positive Resonanz bei wirklich jedem gesorgt, der die Fotobücher durchgeblättert hat. Oftmals wurde dann auch nochmals nachgefragt, wo ich die Bücher denn habe machen lassen. Fotobücher hatten alle irgendwann schon mal gekauft, aber nie mit solch einem Ergebnis. Das deckt sich auch mit meinem Eindruck.

Beide Fotobücher sind einfach auffällig anders als meine Bisherigen. Sie sind durch die dicken Einzelseiten auch insgesamt wesentlich dicker und zumindest bisher machen auch die einzelnen Seiten einen ziemlich robusten Eindruck.

Wie ich oben bereits schrieb habe zumindest ich beim zur-Hand-nehmen und durchblättern eher das Gefühl einen hochwertigen Bildband in Händen zu halten. Meine anfängliche Skepsis ist inzwischen der Überzeugung gewichen in Zukunft öfter bei Saal Digital zu bestellen, auch wenn es nicht mehr unbedingt ein teures Professional Line Fotobuch sein muss – das „normale“ tut es meiner Meinung nach auch.

https://www.saal-digital.de/

Northwards – Teil 1

Lappland ist Samenland, mit viel Natur und wenig Zivilisation. Überall scheint es geradezu nach Freiheit zu riechen. Dort, im finnischen Grenzgebiet zu Norwegen, liegt auch die nördlichste Gemeinde der EU. Man spricht mehrheitlich samisch, was selbst für Lappland außergewöhnlich ist.

Es gibt keine Touristeninfo weit und breit. Trotzdem gibt es mit dem Kevo Naturreservat ein wunderschönes Wandergebiet entlang der Kevo-Schlucht. Am Südende des Trails befindet sich ein idyllisch gelegener See, zumindest glaubt man das als unbedarfter Wanderer. In Wahrheit ist das jedoch kein See, sondern Sulaoja, Finnlands größte Quelle. Sie liefert angeblich 400 Liter Grundwasser pro Sekunde. Für die Samen, die sie Suttesgáldu nennen, ist dies ein besonderer Ort.

Auf alle Fälle sollte man sich genügend Zeit nehmen diese pure Natur in sich aufzusaugen. Der Weg, der um die Quelle führt ist teilweise mit Brettern ausgelegt, was bei all dem Nass kein Wunder ist. Überall sprießt das Grün, wachsen Beeren, huschen Tiere im Unterholz umher. Wer schnell weiter drängt verpasst wertvolle Augenblicke.

Aber auch dem eiligen Wanderer drängt sich manchmal ein solch besonderer Moment auf. Man will schnell zurück zum Parkplatz, ins Auto steigen und weiterfahren. Die Wege sind weit in Lappland. Daher wählt man die Schritte weitgreifender. Die schweren Wanderschuhe landen gewichtig auf dem Weg.

Der nächste Schritt ist bereits halb gemacht, als von links etwas aus dem Grün des Unterholzes auf den Weg wuselt – und gleichzeitig mit meinem rechten Fuß ankommt. Wir sind beide mächtig erschrocken! Glücklicherweise hat das kleine Kerlchen die Kollision mit dem Wanderschuh schadlos überstanden.

Der kleine Nager schlug sich wieder in die Büsche und grinste mich auf einem Ast hockend neckisch an – zumindest kam mir das so vor.

Ja, ich habe schöne Erinnerungen an Sulaoja, einem Ort, der mir einen Augenblick schenkte, den ich nie wieder vergessen werde.

Löffel-Liste kritisch betrachtet – Teil 1

Nicht zuletzt durch den Film „Das Beste kommt zum Schluss“ von 2007 rückte die Löffel-Liste wieder ein Stück weit ins Rampenlicht. Also die Liste der Dinge, die man unbedingt getan haben sollte, bevor man den Löffel abgibt.

Diese Liste mag zwar individuell gestaltbar sein, ähnliche Listen sind es jedoch anscheinend nicht. Kaum hat man beispielsweise im Freundeskreis erzählt wohin man in den Urlaub fahren wird, schon bekommt man Orte genannt, die man unbedingt einmal gesehen haben muss. Manche Orte gelten auch ganz allgemein als „Must-visit-places“.

Aber muss man wirklich?
Oder anders gefragt: Sollte man überhaupt?

Einer dieser Orte ist unbestreitbar das Nordkap!
Was wird nicht für ein Bohei um dieses legendäre Schieferplateau gemacht. Nördlichster Punkt Europas! Elitäre Zugehörigkeit im „Royal North Cape Club“! Allein ein Bild des berühmten Globus genügt und Assoziationen zu Abenteuer, Schnee und Eismeer lassen entsprechende Bilder durch den Kopf spuken.

Nüchtern betrachtet ist das Nordkap ein Schiferplateau mit einer Globus-Skulptur, das zu betreten Eintritt kostet und natürlich nicht den nördlichsten Punkt Europas darstellt. Die Aussicht ist auch nicht wirklich atemberaubend: Man sieht Meer, viel mehr aber auch nicht! Sicherlich bietet die Nordkap-Halle einige Sehenswürdigkeiten, wie den Thai-Pavillion, aber ob das alles den Eintritt wert ist, mag jeder für sich selbst entscheiden.

Ein wenig weiter, ebenfalls auf der Insel Magerøya, kann man jedoch vom Fischerdorf Gjesvær aus Bootstouren zum Naturschutzgebiet rund um die Vogelinseln Gjesværstappan unternehmen. Wer die Natur liebt und Seevögel vor die Linse bekommen möchte, sollte dort unbedingt einmal vorbeischauen. Einige Impressionen von dort habe ich in einer kleinen Fotogallerie unter dem Menüpunkt „Portfolio“ zusammengestellt.

Vielleicht wäre das ja ein „Must-visit-place“ für eure Löffel-Liste?