Löffel-Liste kritisch betrachtet – Teil 1

Nicht zuletzt durch den Film „Das Beste kommt zum Schluss“ von 2007 rückte die Löffel-Liste wieder ein Stück weit ins Rampenlicht. Also die Liste der Dinge, die man unbedingt getan haben sollte, bevor man den Löffel abgibt.

Diese Liste mag zwar individuell gestaltbar sein, ähnliche Listen sind es jedoch anscheinend nicht. Kaum hat man beispielsweise im Freundeskreis erzählt wohin man in den Urlaub fahren wird, schon bekommt man Orte genannt, die man unbedingt einmal gesehen haben muss. Manche Orte gelten auch ganz allgemein als „Must-visit-places“.

Aber muss man wirklich?
Oder anders gefragt: Sollte man überhaupt?

Einer dieser Orte ist unbestreitbar das Nordkap!
Was wird nicht für ein Bohei um dieses legendäre Schieferplateau gemacht. Nördlichster Punkt Europas! Elitäre Zugehörigkeit im „Royal North Cape Club“! Allein ein Bild des berühmten Globus genügt und Assoziationen zu Abenteuer, Schnee und Eismeer lassen entsprechende Bilder durch den Kopf spuken.

Nüchtern betrachtet ist das Nordkap ein Schiferplateau mit einer Globus-Skulptur, das zu betreten Eintritt kostet und natürlich nicht den nördlichsten Punkt Europas darstellt. Die Aussicht ist auch nicht wirklich atemberaubend: Man sieht Meer, viel mehr aber auch nicht! Sicherlich bietet die Nordkap-Halle einige Sehenswürdigkeiten, wie den Thai-Pavillion, aber ob das alles den Eintritt wert ist, mag jeder für sich selbst entscheiden.

Ein wenig weiter, ebenfalls auf der Insel Magerøya, kann man jedoch vom Fischerdorf Gjesvær aus Bootstouren zum Naturschutzgebiet rund um die Vogelinseln Gjesværstappan unternehmen. Wer die Natur liebt und Seevögel vor die Linse bekommen möchte, sollte dort unbedingt einmal vorbeischauen. Einige Impressionen von dort habe ich in einer kleinen Fotogallerie unter dem Menüpunkt „Portfolio“ zusammengestellt.

Vielleicht wäre das ja ein „Must-visit-place“ für eure Löffel-Liste?

 

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